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    Begegnung mit der jüdischen Gemeinde Petrosawodsk
Chronik unserer Beziehungen 1995 bis heute

Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde Tübingen - Jüdische Gemeinde Petrosawodsk


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2014

Gemeinsames Sabbat-Abendessen 2014tue

Besuch von Vertretern der Jüdischen Gemeinde Petrosawodsk in Tübingen 7.-16. November 2014

Unsere Gäste:
Dmitry Tsvibel, Leiter der Jüdischen religiösen Gemeinde von Petrosawodsk.

Dmitrii Gendelev, Leiter der Wohlfahrtsabteilung „Chesed Agamim”

Mark Kirsanov, Leiter des Petrosawodsker Büros der West-Ost-Gesellschaft, als Dolmetscher

Ausführlicher Bericht ... (PDF)


Die 3 Tübinger mit Valentina Dwinskaja unterm „Zeller-Bogen”

Reise nach Petrosawodsk im Sommer 2014

Vom 26. Juni bis 2. Juli 2014 reiste eine dreiköpfige Delegation der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde nach Karelien.
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2012

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Besuch aus der Jüdischen Gemeinde Petrosawodsk 5.-12. Juli 2012

„Interreligiösen“ Gang durch Tübingen, Sabbatabend im Foyer der Kirche, Führung in der Altstadt, Fahr schwäbisch Hall ins Hällisch-Fränkisches Museum und nach Rexingen, öffentliche Abend-Veranstaltungen mit Berichten unserer Gäste, Empfang im Rathaus und vieles mehr.

Ausführlicher Bericht (PDF)

2011

Die Reisegruppe

Die Reisegruppe

Vom 25. bis 30. Mai 2011 reiste eine vierköpfige Delegation der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde nach Karelien.
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Vorstellung der russischen Ausgabe des Buches „Juden in Petrosawodsk - Christen in Tübingen: eine erstaunliche Liebesgeschichte“

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2009

Hinweis: Wenn Sie auf ein Bild klicken, wird es vergrößert dargestellt.
Gäste Juli Herzlich willkommen in Tübingen!
Semen Solomeshch, Elizaveta Yablonskaya, Valeria Nesteruk, Ksenia Titkova, Maria Gontcharuk aus der jüdischen Gemeinde in Petrosavodsk sind vom 13. bis 20. Juli 2009 bei uns zu Gast.

Eine Woche für den Dialog zwischen Christen und Juden
2008 reisten erstmals sieben Jugendliche in die russische Partnerstadt und genossen die Gastfreundschaft unserer jüdischen Freunde. In diesem Sommer sind nun vier junge Frauen und ein junger Mann aus dem Petrosawodsker jüdischen Club junger Erwachsener bei uns zu Gast.

Zu Hause treffen sie sich jeden Freitagabend, manchmal nur zu fünft, manchmal im Kreis von dreißig jungen Leuten. Sie entzünden die Sabbatkerzen, sprechen den Segensspruch dazu, danach machen sie Kiddusch. Das sind die Segenssprüche über Wein und Brot, die an das Werk des Schöpfers erinnern und an die Krönung dieses Werkes durch den Ruhetag, den Sabbat.

Auch am Freitag der Besuchswoche feierten wir zusammen Sabbat in unserem Gemeindezentrum. Wir erwarteten dazu auch Mitglieder des Tübinger jüdischen Vereins „Bustan Schalom“.

Weitere Höhepunkte der Besuchswoche waren die Empfänge durch OB Boris Palmer und Universitätsrektor Prof. Dr. Bernd Engler und der Gottesdienst am Sonntagmorgen, in dem unsere Gäste aus ihrer Gemeinde berichteten.

Wieder danken wir für die Unterstützung durch die Stiftung Weltethos, die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, das Kulturamt der Universitätsstadt Tübingen und etliche einzelne Spenderinnen und Spender, unter ihnen besonders auch der Balinger Unternehmer Karl Hermann Blickle.
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2008

_08palmer Juni: Zum Stadtfest reist eine offizielle Delegation der Universitätsstadt Tübingen, an der Spitze Oberbürgermeister Boris Palmer, nach Petrosawodsk. OB Palmer löst sein ein Jahr zuvor beim Besuch unserer jüdischen Freunde im Tübinger Rathaus gegebenes Versprechen ein und besucht mit seinen Begleiterinnen und Begleitern die Synagoge von Petrosawodsk.
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Juli: Vom 24.7. bis 1.8.2008 reisen Michael Volkmann und Silke Takacs mit sechs Jugendlichen nach Petrosawodsk: Matthias Lhotzky (18), Leo Volkmann (17), Julia Damson (16), Carina Kammler (15), Marie Volkmann (15) und Moritz Stage (15). Die Gruppe wird in Petrosawodsk herzlich empfangen und privat untergebracht.

Die Gruppe begegnet einheimischen Jugendlichen, feiert den Schabbat mit, macht Ausflüge und lernt die Stadt und einige ihrer kulturellen Einrichtungen kennen, so auch das Maximilian-Kolbe-Museum (Schoa-Museum). Die Gastgeber organisieren eine öffentlichkeitswirksame Präsentation des Buches "Juden in Petrosawodsk - Christen in Tübingen: eine erstaunliche Liebesgeschichte" in einem Saal der karelischen Nationalbibliothek.
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Blick von der 250 Jahre alten Holzkirche in Kondopoga auf den Onegasee

2007

März: Am 17.3.2007 bringen fünfzehn Synodale der drei großen Gesprächskreise den Antrag in die Evangelische Landessynode von Württemberg ein, die Landeskirche möge den 9. November zum Gedenktag "Erinnerung und Umkehr" machen und seine Anerkennung auch in den anderen Kirchen anregen. Der Antrag wird an den Ausschuss für Mission und Ökumene verwiesen und soll in der Sommersynode erneut auf die Tagesordnung kommen.
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Juli: Zum fünften Mal kommen Vertreter der jüdischen Gemeinde Petrosawodsk zu Besuch nach Tübingen. Die Delegation wird angeführt von Dimitri Tsvibel, dem Leiter der Gemeinde. Zum ersten Mal außerhalb Russlands ist Dimitri Gendelev, Leiter der Wohlfahrtsstelle "Chesed Agamim". Maria Goncharuk, die Leiterin der Jugendarbeit der jüdischen Gemeinde, ist zum ersten Mal in Tübingen. Als Übersetzerin kommt Prof. Dr. Valentina Dwinskaja mit, die bereits den Beginn der Städtepartnerschaft miterlebte und mitgestaltete.
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Zusammen mit den Gästen wird das von Michael Volkmann herausgegebene Buch "Juden in Petrosawodsk - Christen in Tübingen: eine erstaunliche Liebesgeschichte" präsentiert (tvt-Medienverlag Tübingen 2007), das die elf zurückliegenden Jahre dokumentiert.

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David Gendelev, Verfasser der Geschichte der Juden von Petrosawodsk, beim Signieren seiner dreibändigen Geschichte der Stadt Petrosawodsk


Oktober: Am 25.10.2007 beschließt die Württembergische Landessynode mit einer Mehrheit von über 90 % die Einführung eines Tages der Erinnerung und Umkehr am 9. November vom 70. Jahrestag der Novemberpogrome 2008 an.
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2006

Tafel am Maximilian-Kolbe-Museum, dem ersten Holocaust-Museum Russlands
Februar: Am 1. Februar stirbt Vadim Misko. Misko war als Minderjähriger in verschiedenen Konzentrationslagern. Er überlebte und stellte sein Leben in den Dienst von Erinnerung und Versöhnung. In Petrosawodsk setzte er sich für die würdige Gestaltung von Gräberfeldern aller durch Krieg und Gewaltherrschaft ums Leben Gekommener ein: für die Opfer der stalinistischen Verfolgung (in den Wäldern um Petrosawodsk), für die in finnischen Gefangenenlagern Verstorbenen (Gedenkstätte Pieski), für die 1.200 in Kriegsgefangenschaft gestorbenen deutschen Soldaten (Pieski) sowie für die nach dem Krieg zur Zwangsarbeit verschleppten und dabei verstorbenen jungen Frauen aus den deutschen Ostgebieten (Gedenkstätte Padosero). Misko war Sprecher der Vereinigung der minderjährigen KZ-Häftlinge. Er gründete in Petrosawodsk das erste Holocaust-Museums Russlands und gab ihm den Namen Maximilian Kolbes.

Auf seine Vermittlung und in seiner Wohnung trafen Dankwart-Paul Zeller und Dimitri Tsvibel 1995 zum ersten Mal zusammen. Dies war der Impuls für das Geschenk einer Torarolle. Obwohl kein Mitglied der jüdischen Gemeinde, begleitete Vadim Misko unsere christlich-jüdischen Begegnungen in Petrosawodsk mit großem Engagement. Antisemitische Angriffe in Russland sind der Auslöser für Gespräche zwischen Vertretern der jüdischen Gemeinde Petrosawodsk und dem karelischen Innenministerium. Thema der Gespräche ist die Frage, durch welche konkreten Maßnahmen die Toleranz in der russischen Gesellschaft gefördert werden könne.


Dima Tsvibel beim Sabbat-Empfang der Tübinger Gäste in der Synagoge Juli: Acht Mitglieder der Arbeitskreises reisen zu den Feierlichkeiten zum zehnjährigen Bestehen der jüdischen Gemeinde nach Petrosawodsk (Lore Auer, Stephan Glaser, Ottmar und Rosie Maier, Dr. Kurt und Ulrike Elstner-Sütterlin, Michael Volkmann und Dankwart-Paul Zeller). Sie überbringen Grüße, unter anderem von Oberbürgermeisterin Russ-Scherer und von Prof. Dr. Hans Küng von der Stiftung Weltethos, und Spenden aus Tübingen, insbesondere für den geplanten Synagogen-Neubau.
Die Tübinger Gäste im Juli 2006 im Kolbe-Museum
Der Interreligiöse Runde Tisch Kareliens bei seiner konstituierenden Sitzung Am 24.7.2006 findet im Rathaus von Petrosawodsk die konstituierende Sitzung des "Interreligiösen Runden Tisches" von Karelien statt, den die jüdische Gemeinde initiiert hat. Die jüdischen, christlichen und muslimischen Teilnehmer des Runden Tisches bekräftigen ihren Willen zu kontinuierlichem Austausch und zur Zusammenarbeit.

August: Die Gemeindezeitung Nr. 97 der jüdischen Gemeinde Petrosawodsk erscheint als Sonderausgabe, die mit zahlreichen Fotos die ersten zehn Jahre der wieder gegründeten Gemeinde und der zahlreichen Begegnungen mit Tübinger Christen Revue passieren lässt.

Grußbotschaft von Prof. Dr. Hans Küng an die Jüdische Gemeinde Petrosawodsk

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Oktober: Am 29.10.2006 feiert Efim Levin, Vorbeter der jüdischen Gemeinde Petrosawodsk, seinen 90. Geburtstag. Der Arbeitskreis sendet ihm herzliche Glückwünsche. Efim Levin gehörte zur ersten Reisegruppe aus Petrosawodsk, die im Sommer 1997 die Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde besuchte. In bewegender Erinnerung bleibt, wie er damals am Schluss des Sonntagsgottesdienstes in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche den aronitischen Segen auf Hebräisch sprach.


November: Die Gedenkstunde an den 9.11.1938 in der Tübinger Stiftskirche wird im Bonhoeffer-Gedenkjahr von Konfirmandinnen und Konfirmanden der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde mitgestaltet.

13. November 2006: Die Synode des Kirchenbezirks Tübingen stimmt dem Aufruf für einen offiziellen kirchlichen Gedenktag "Erinnerung und Umkehr" am 9. November zu. Zustimmung kommt auch aus der Kirchenbezirkssynode Leonberg und vom Kirchenbezirksausschuss Münsingen.

Am 28.11.2006 überreichen Dankwart-Paul Zeller und Michael Volkmann in Hechingen den Aufruf für einen offiziellen kirchlichen Gedenktag "Erinnerung und Umkehr" am 9. November dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Dr. Karl Lehmann.

Dezember: Michael Volkmann trifft Mila Brawaya, Tochter von Vala und Mischa Brawyi, in Jerusalem.

2005

Januar-März: Schülerinnen und Schüler der Freien Waldorfschule Tübingen absolvieren ein Sozialpraktikum in Petrosawodsk. Unter ihnen ist Silke Takacs, die Tocher unseres Mitglieds Sylvia Takacs. Sie bleiben drei Monate in der Stadt und vertiefen die Beziehungen auch zur jüdischen Gemeinde und ihrem Jugendclub.

Sommer: Eine Reisegruppe aus Berlin-Schöneberg besucht auf Vermittlung von Paul Zeller hin die jüdische Gemeinde in Petrosawodsk.

September: Der Arbeitskreis "Begegnung mit der jüdischen Gemeinde Petrosawodsk" beschließt am 7. September den "Aufruf an die Kirchen aller Konfessionen in unserem Land für einen offiziellen kirchlichen Gedenktag, Erinnerung und Umkehr' am 9. November".

Oktober: Unabhängig von den christlich-jüdischen Kontakten nach Russland trifft sich am 28.10.2005 zum ersten Mal eine Gruppe von Juden aus Tübingen und Umgebung im Gemeindezentrum der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche, um Oneg Schabbat zu feiern. Initiator ist der in Tübingen lebende Amerikaner Martin Potrop. Das Treffen kommt in Kooperation mit Studierendenpfarrerin Heide Abe zustande. Im Lauf des Jahres 2006 formiert sich die Gruppe zu dem eingetragenen Verein "Bustan Shalom".

November: Der Arbeitskreis engagiert sich verstärkt bei der Gestaltung der Gedenkstunde zum Novemberpogrom von 1938 am 9. November in der Tübinger Stiftskirche. Im Gemeindebrief Nr. 88 der jüdischen Gemeinde Petrosawodsk erscheint der Tübinger Aufruf "Erinnerung und Umkehr" auf Deutsch und Russisch mit einer Würdigung von Dima Tsvibel.

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Dezember: Nach Vorberatungen in den sieben evangelischen Kirchengemeinden Tübingens beschließt der Gesamtkirchengemeinderat ohne Gegenstimmen, sich den Aufruf "Erinnerung und Umkehr" zu eigen zu machen.

2004

Empfang bei Bürgermeister Gerd Weimer im Tübinger Rathaus
Juli: Besuch von vier Vertretern der jüdischen Gemeinde Petrosawodsk in Tübingen: Dimitri Tsvibel, Simeon Schachnik, Maria Itskovskaya und Wladimir Ermakov. Bürgermeister Weimer verleiht Pfarrer Dankwart-Paul Zeller, dem Vater der Idee der Städtepartnerschaft und der Partnerschaft zur jüdischen Gemeinde, aus Anlass seines 80. Geburtstages Ehrenurkunden von Ministerpräsident Sergej Katanandov und Bürgermeister Viktor Masljakow. Einen Besuchsbericht findet sich unter den Dokumenten.

Die Gäste feiern mit ihren Tübinger Freunden Sabbat im Dietrich-Bonhoeffer-Gemeindezentrum
Der Besuchsplan enthält Besichtigungen von Synagogen (Hechingen, Haigerloch), die Teilnahme an Gottesdiensten in der Stuttgarter Synagoge und in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche, einen öffentlichen Studiennachmittag über die Zehn Gebote in jüdischer Auslegung, ein Klassengespräch auf Russisch in der Freien Waldorfschule Tübingen und viele Begegnungen mit alten und neuen Freunden. Dima Tsvibel überreicht den Gastgebern eine Mesusa. Sie soll so lange in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche bleiben, bis sie an die Tür der neu zu erbauenden Synagoge nach Petrosawodsk zurückkehren kann.

Herbst: Dankwart-Paul Zellers Buch "Galerie-Kneipe" erscheint in überarbeiteter dritter Auflage mit einem Vorwort von Walter Jens. In der Tübinger Zeitschrift "Evangelische Kirche in der Stadt" erscheint der Artikel "Die Tora braucht ein eigenes Haus. Der nächste Schritt in der Beziehung zur jüdischen Gemeinde von Petrosawodsk" von Michael Volkmann, verbunden mit einem Spendenaufruf für den Synagogenbau. In Petrosawodsk erscheint Dima Tsvibels wissenschaftliche Untersuchung "Das Jüdische bei Dimitri Schostakowitsch".

2003

Januar: Gemeindebrief Nr. 55 aus Petrosawodsk berichtet über antisemitische Schmierereien in der Stadt. Die karelische Zeitschrift "Der Norden" publiziert in Fortsetzungen den antisemitischen Roman "Das namenlose Tier" von Tschebalin. Die jüdische Gemeinde legt Protest ein.

26. Juni bis 1. Juli: Zur 300-Jahr-Feier der Stadt Petrosawodsk reisen aus Tübingen Dr. Kurt Sütterlin, Ulrike Elstner-Sütterlin, Inge Darenberg und Michael Volkmann in die Partnerstadt. Ein Kurzbericht dieses Besuchs ist unter den Dokumenten zu finden.
Widmungstafel in der Synagoge von Petrosawodsk

Herbst / Winter: Dimitri Tsvibel nimmt an zwei vierteljährlichen Fortbildungskursen zum Gemeindeleiter an der Hebräischen Universität Jerusalem teil.

2002

Die Gebotstafeln auf dem Toraschrein in der Synagoge von Petrosawodsk Februar: Der "Denkendorf Kreis für christlich-jüdische Begegnung e. V.", der unsere Begegnungen regelmäßig unterstützt, organisiert und finanziert eine weitere Toralernwoche in Petrosawodsk über Purim. Die Begegnungen werden nach Möglichkeit in jährlichem Rhythmus fortgesetzt. Das geplante Neubauprojekt einer Synagoge für Petrosawodsk begleiten wir mit Sympathie und, wo möglich, auch praktischer Unterstützung. Medikamentensendungen sind auf Grund der russischen Zollvorschriften zurzeit nicht möglich.

Dima Tsvibel mit der Tora
März: Aus einem Brief von Dimitri Tsvibel über die Tora-Lernwoche vom 3. März 2002: "Asi und Ruth Karniel haben in dieser Woche viele Freunde hier gefunden. Sie führten Lehrstunden mit Kindern und Erwachsenen und die Purimfeier in der Sonntagsschule durch, außerdem die Schabbatfeier im Chesed Agamim (Wohlfahrtsstelle) und im Jugendclub, ein Treffen mit älteren Menschen im Tageszentrum des Chesed sowie ein Treffen mit den Teilnehmern des Programms "Masl Tow", Eltern mit ihren kleinen Kindern. Asi hielt einen sehr guten Sabbatgottesdienst in der Synagoge. Zum Purimfest versammelten sich in der Synagoge 55 Menschen. Zu einem von ihnen durchgeführten Gemeindefest kamen 200 Menschen. Ein reiches Programm in einer so kurzen Zeit! Für uns war das ein schönes und gutes Geschenk."

Juni: Die Gruppe "Klezmorim" spielt in der Tübinger Stiftskirche ein von fast tausend Menschen besuchtes Benefizkonzert für die jüdische Gemeinde Petrosawodsk.
Übergabe des Erlöses aus dem Klezmorim-Benefizkonzert
27. Juni bis 3. Juli: Dankwart-Paul Zeller, Dr. Reneé Schmitt-Kip, Julita Huf und Michael Volkmann reisen nach Petrosawodsk. Sie überbringen eine Urkunde über die Anpflanzung von zwölf Bäumen zu Ehren der jüdischen Gemeinde Petrosawodsk in Israel, ein Buch mit Bildern aus dem Leben der Bonhoeffer-Gemeinde mit über 250 Unterschriften von grüßenden Tübingern, ein Blutdruckmessgerät, Medikamente und den Erlös des Klezmorimkonzerts von 2.082 Euro sowie weitere Spenden. Einen Bericht darüber finden Sie hier in den Dokumenten



Arbeitskreismitglied Helmut Barth, langjähriger Diakon in der Tübinger Stephanusgemeinde, wird durch Krankheit an der Mitreise gehindert. Überraschend stirbt er 67jährig am 29. August 2002. Herbst / Winter: Der Plan eines ersten interreligiösen Jugendaustausches zwischen Tübingen und Petrosawodsk scheint zunächst Erfolg zu haben, kommt dann aber erst 2008 zur Verwirklichung.

Weihnachten: Mit dem Transport der West-Ost-Gesellschaft werden Spenden an die jüdische Gemeinde nach Petrosawodsk mitgegeben. Danach werden die Materialhilfstransporte eingestellt.

2001

_14 _15 Juli: Besuch von fünf Vertretern der jüdischen Gemeinde Petrosawodsk (Prof. Dr. Mark Burkin, Olga Harina, Michail Brawyi, Dimitri Tsvibel, Svetlana Vinogradova) in Tübingen mit Unterstützung der "Stiftung West-Östliche Begegnung e. V." Berlin. Wieder gemeinsames Studium des Tora-Wochenabschnitts. Erstmals Begegnung zwischen unseren Gästen und in Tübingen lebenden Juden. Pfarrer Dankwart-Paul Zeller und Pfarrer Dr. Michael Volkmann bekommen die Ehrenmitgliedschaft der jüdischen Gemeinde Petrosawodsk verliehen. Der Arbeitskreis dankt den Gästen für ihre Unterstützung des Denkmals Synagogenplatz mit einem "Baustein", dem Quadrat Nr. 99 aus dem stählernen Kubus des Denkmals.

2000

Oberbürgermeisterin Brigitte Russ-Scherer besucht die Synagoge in Petrosawodsk
Juni: Fahrt einer vierköpfigen Gruppe aus Tübingen nach Petrosawodsk (Julita Huf, Helmut Barth, Dr. Renée Schmitt-Kip, Michael Volkmann). Wieder werden Spenden und wichtige Medikamente aus der DIFÄM-"Weltapotheke" mitgenommen. Gespräche mit dem Pastor der Lutherischen Gemeinde und dem Stellvertreter des orthodoxen Erzbischofs. Oberbürgermeisterin Brigitte Russ-Scherer besucht die Synagoge in Petrosawodsk.

9. November: Nach fast dreijährigem bürgerschaftlichem Engagement erreicht die Projektgruppe Denkmal Synagogenplatz ihr Ziel: die künstlerische Gestaltung des Tübinger Synagogenplatzes ist realisiert. Der umstrittene Text "Orts-Geschichte 1938-2000" wird ein Jahr später angebracht.

Herbst: Die jüdische Gemeinde Petrosawodsk erhält von der Stadtverwaltung im Tausch für das Grundstück der vor 70 Jahren abgebrannten Synagoge ein Baugrundstück im Stadtzentrum für ihren geplanten Synagogenneubau.

Dezember: An die Stelle der Paketsendungen für die jüdische Gemeinde Petrosawodsk tritt die finanzielle Hilfe, mit der vor Ort eine effektivere Unterstützung Not Leidender möglich ist.

Grabstein des ersten Rabbiners Rafael Katz (25.1.1871-4.10.1918) auf dem jüdischen Friedhof Petrosawodsk

1999

Juni: Teilnahme des Arbeitskreises am "Markt der Möglichkeiten" des Stuttgarter Kirchentages im Informationsstand der "Württembergischen Basisinitiativen 'Christen und Juden'".

Gastgeber und Gäste mit Dr. Kinzel vor der Tropenklinik
Juli: Einladung an vier Vertreter der jüdischen Gemeinde Petrosawodsk (Michail Brawyi, Prof. Dr. Jurij Rybak, Dimitri Tsvibel, Swetlana Vinogradova) zur Teilnahme am Tübinger Stadtfest "10 Jahre Städtepartnerschaft Tübingen - Petrosawodsk". Erstmals Durchführung eines christlich-jüdischen Studientages mit gemeinsamem Studium eines Teils des Tora-Wochenabschnitts und einem Vortrag von Dimitrij Tsvibel "Der Rauch des Holocaust". Das Besuchsprogramm wird von der "Stiftung Weltethos" großzügig unterstützt. Kontakte zum Deutschen Institut für Ärztliche Mission DIFÄM ermöglichen eine umfangreiche Medikamentensendung. Die Gäste stellen das Projekt eines Synagogenneubaus für Petrosawodsk vor, dessen Realisierung geprüft werden soll.

Dezember: Paketaktion für die jüdische Kulturgesellschaft "Schalom" Petrosawodsk mit Unterstützung der "West-Ost-Gesellschaft".

1998

Januar: Der Arbeitskreis beschließt, sich in die Planungen zur Neugestaltung des Tübinger Synagogenplatzes einzuschalten. Er ist von da an durch Pfarrer Dr. Michael Volkmann in der Projektgruppe Denkmal Synagogenplatz vertreten.

Christopher Selbach mit Gemeindeältesten in den neu bezogenen Synagogenräumen
Frühjahr: AK-Mitglied Christopher Selbach verbringt zwei Monate in Petrosawodsk und erlebt das Pessachfest und den Umzug von der alten in die neue Synagoge am Leninplatz mit.

Oberbürgermeister Dr. Eugen Schmid in der Synagoge von Petrosawodsk
Juni: Sieben Arbeitskreismitglieder reisen zum Stadtfest nach Petrosawodsk (Maria Adelmann, Lore Auer, Helmut Barth, Gisela Glaser, Dr. Kurt und Ulrike Elstner-Sütterlin, Dankwart-Paul Zeller). Sie werden begleitet von Traute Sommer, die 1945 als Sechzehnjährige aus Ostpreußen zur Zwangsarbeit nach Karelien verschleppt worden war und die die Gedenkstätte Ihres Lagers in Padosero aufsucht.

Tübingens Oberbürgermeister Dr. Eugen Schmid besucht auch die Synagoge und erhält von Dima Tsvibel eine Spende über 100 $ für die Neugestaltung des Tübinger Synagogenplatzes überreicht.
Toralernwoche in der Jüdischen Gemeinde Petrosawodsk
Oktober: Auf unsere Vermittlung findet in Petrosawodsk eine Toralernwoche mit israelischen Lehrern statt. Die Finanzierung übernimmt der "Denkendorfer Kreis für christlich-jüdische Begegnung e. V." Am Torafreudenfest sind mehr Menschen in der Synagoge denn je.



Dezember: Paketaktion für sozial Schwache der jüdischen Gemeinde Petrosawodsk, unterstützt von der West-Ost-Gesellschaft.

Gründungsjahr 1997

Januar: Der Arbeitskreis "Begegnung mit der jüdischen Gemeinde Petrosawodsk" an der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche Tübingen wird gegründet. Der Arbeitskreis ist in der "Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen" Tübingen (ACK) verankert. Ihm gehören Mitglieder mehrerer Tübinger Kirchengemeinden an.

Juni: Vier Tübinger/innen (Maria Adelmann, Helmut Barth, Dankwart-Paul Zeller, Michael Volkmann) reisen nach Petrosawodsk. In St. Petersburg besuchen sie die Synagoge und sprechen mit Hauptrabbiner Pewsner.

Besucher und Gastgeber vor dem Tübinger Rathaus
Juli: Fünf Vertreter der jüdischen Gemeinde Petrosawodsk besuchen Tübingen (Jurij Goldenberg, Efim Levin, Alexander Modilevski, Wladislaw Motin, Dimitri Tsvibel).

Dezember: Paketaktion für sozial Schwache der jüdischen Gemeinde Petrosawodsk in Zusammenarbeit mit der württembergischen West-Ost-Gesellschaft, Tübingen. Die jüdische Gemeinde setzt einen Wohlfahrtsausschuss ein.

1996

April: Das Geld für eine Torarolle ist beisammen. Sie wird in St. Petersburg gekauft. Die Juden in Petrosawodsk gründen eine staatlich anerkannte religiöse Gemeinde.

Tora-Übergabefeier in der Großen Synagoge von St. Petersburg, 18. Juli 1996
Juli: In Anwesenheit der Tübinger Gäste Dankwart-Paul Zeller und Lore Auer und von offiziellen Vertretern Deutschlands, Israels und der Evangelischen Kirche in Deutschland wird die Torarolle in der Hauptsynagoge von St. Petersburg der jüdischen Gemeinde Petrosawodsk feierlich übergeben und dorthin überstellt. In der Synagoge von Petrosawodsk werden die Sabbatlesungen fortan aus der Torarolle gehalten.
In der neu gegründeten Synagoge von Petrosawodsk
Der jüdische Friedhof im Zentrum von Petrosawodsk im Winter
Juli - August: Die Tübinger Regionalgruppe der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e. V. richtet in einem mehrwöchigen Sommerlager den jüdischen Friedhof Petrosawodsk wieder so weit her, dass die Stadt auf die Enteignung des Geländes verzichtet.

Die Aktion "Eine Torarolle für Petrosawodsk" wurde vom Diakonischen Werk der Evangelischen Landeskirche in Württemberg in einem illustrierten Heft dokumentiert.

1995

Karelischer Birkenwald

Ende Oktober: Tübinger Christen beginnen auf Initiative von Dankwart Paul Zeller und Dr. Michael Volkmann, Spenden für eine Torarolle für die Juden in der Partnerstadt Petrosawodsk zu sammeln. Dort gibt es einen jüdischen Kulturverein, nicht aber eine religiöse Gemeinde. Unterstützung kommt nicht nur von vielen Einzelnen, sondern auch vom "Projekt Weltethos", von der "Aktion Hoffnung für Osteuropa" des Diakonischen Werkes Württemberg, von der Evangelischen Sozietät (Kirchliche Bruderschaft) Württemberg und vom "Denkendorfer Kreis für christlich-jüdische Begegnung".